Ein gutes Interview führen – Wie schaffe ich eine Wohlfühl-Atmosphäre für meinen Interviewpartner?

Wenn Sie ein Interview führen, ist es entscheidend, dass Ihr Interviewpartner entspannt ist. Nur dann unterhält er sich gerne mit Ihnen und ist Ihnen gegenüber offen. Solch eine Wohlfühl-Atmosphäre im Interview zu schaffen, ist mit diesen 5 Tipps und Tricks gar nicht so schwer.

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Von 0 auf 100? Bitte kein Kaltstart im Interview!

Stellen Sie sich mal folgende Situation vor: Sie kommen völlig abgehetzt zum Treffpunkt gestürmt. Ihr Interviewpartner wartet mit säuerlicher Miene, vor sich die leere Kaffeetasse. Sie schmeißen sich aufs Sofa, feuern, während Sie den Mantel ausziehen, Ihre erste Frage ab. Was glauben Sie: Wird dieses Interview ein voller Erfolg?

Und dann malen Sie sich die folgende Situation aus: Sie sind vor der verabredeten Zeit im Café. Können in Ruhe nach dem besten Tisch Ausschau halten – vielleicht etwas blickgeschützt, nicht gerade an einem engen Durchgang, wo Sie ständig von hin- und herflitzenden Kellnern abgelenkt werden. Schließlich wollen Sie, wenn das Gespräch einmal läuft, nicht dauernd eine Vollbremsung hinlegen, um im Bild zu bleiben. Legen Sie schon mal Ihren Fragenkatalog, Ihr Diktiergerät oder Handy beziehungsweise Block und Stift vor sich auf den Tisch, damit Sie nicht erst umständlich in Ihrer Tasche kramen müssen. Also, selbst auf die Gefahr hin, jetzt zu klingen wie Ihre Mutter: Seien Sie pünktlich! Abgesehen davon, dass es unhöflich ist, jemanden warten zu lassen: (Über)pünktlich zu sein, zeugt von Respekt – und hilft dabei, eine gute Interview-Atmosphäre zu schaffen.

Der richtige Ort für ein entspanntes Interview mit Wohlfühl-Atmosphäre

Wann immer es möglich ist: Lassen Sie Ihren Interviewpartner den „Ort des Geschehens“ bestimmen. Denn in vertrauter Umgebung fühlt man sich unwillkürlich „sicherer“ – und damit wohl. Der eine wählt ein Szene-Lokal aus, in dem er auch privat gern verkehrt. Die andere wiederum braucht Ruhe, um sich auf das Gespräch konzentrieren zu können, bevorzugt die Abgeschiedenheit eines Hotelzimmers ohne Ablenkungen von außen. Und mit viel Glück werden Sie nach Hause eingeladen, wo Sie quasi nebenbei viel über die Persönlichkeit Ihres Gegenübers erfahren.

Smalltalk schafft eine vertrauensvolle Atmosphäre im Interview

Butter bei die Fische? Ja, aber nicht sofort! Bevor Sie richtig durchstarten können, kommt die Aufwärmphase … Sie werden gern gelobt? Ihr Gegenüber auch! Jemandem ein Kompliment zu machen, trägt sicher auch dazu bei, dass sich derjenige wohlfühlt. Ob es der Sänger ist, dessen CD Ihnen jeden Morgen die Fahrt zur Arbeit versüßt. Oder die Schauspielerin, die Ihnen mit ihrem Film einen schönen Fernsehabend beschert hat. Machen Sie zu Beginn ein wenig Smalltalk. Dafür bieten sich zum Beispiel auch diese Themen an:

  • das Wetter
  • die Anfahrt
  • die Umgebung

Sie sollten ruhig etwas Persönliches von sich ins Gespräch einfließen lassen, damit der Interviewpartner spätestens jetzt weiß, mit wem er es zu tun hat. Erwähnen Sie mögliche Gemeinsamkeiten wie die gleiche Geburtsstadt, dass Sie beide drei Kinder haben oder ebenfalls gern Rennrad fahren. Wenn Sie sich bereits kennen, können Sie erzählen, was seit Ihrer letzten Begegnung passiert ist, oder welche Themen Sie gerade privat bewegen – sei es die Einschulung Ihres Jüngsten, ein neues Hobby oder die bevorstehende Reise.

Lassen Sie sich auf Ihren Interviewpartner ein

Nur eines ist jetzt wichtig: der Mensch, der Ihnen gegenübersitzt. Egal, ob die Hose kneift, die Hintergrund-Musik absolut nicht Ihrem Geschmack entspricht, ob Sie müde sind oder hungrig. Planen Sie immer einen Puffer ein, damit Sie nicht auf die Uhr schauen müssen, um Ihren Flieger zu erwischen. Sich auf den Interviewpartner einlassen, dazu gehört: ihm nicht nur zuzuhören, sondern ihn auch zu beobachten. Fühlt er sich wirklich wohl? Das verrät Ihnen seine Körpersprache. Wie Sie die Signale richtig deuten, habe ich in diesem Video-Interview mit Medientrainer und Moderator Markus Tirok für das Onlinemagazin „Fachjournalist“ herausgearbeitet:

Ende gut, alles gut – Wie Sie das Interview ausklingen lassen

Damit der Interviewte Ihre Begegnung in guter Erinnerung behält, ist auch das Ende wichtig. Packen Sie nicht sofort Ihre Siebensachen. Sondern machen Sie auch jetzt wieder etwas Smalltalk. Lassen Sie das Gespräch in Ruhe ausklingen.

Hier einige Vorschläge für Themen:

  • ein Gespräch über das Interview
  • die Heimreise
  • die Pläne für die nächsten Tage

Ein gutes Interview nützt beiden Seiten

Eine entspannte Atmosphäre macht ein Interview nicht nur für beide Seiten angenehm, sondern kann sich auch beruflich richtig auszahlen. Denn: Je mehr Ihnen Ihr Gesprächspartner vertraut, desto mehr wird er Ihnen „anvertrauen“.

Sie haben auch noch eine Idee, wie Sie eine Wohlfühl-Atmosphäre im Interview schaffen können? Schreiben Sie mir gern einen Kommentar.

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